rheingucker

Meinungsblog zu Politik, Gesellschaft und Wirtschaft

Energiegeladene Abhängigkeiten

Hinterlasse einen Kommentar

Der Krimkonflikt zeigt auf, wie eng die Nationen der Welt verbunden sind. Und wo man evtl. etwas daran ändern sollte. Und auch wer dies tun sollte. Politisch, wirtschaftlich, kulturell oder einfach nur persönlich. Wie so oft betont, besteht gerade beim Erdgas eine hohe Abhängigkeit von Europa (West wie Ost) von den Pipelines, die Gazprom füllt. Aber auch Russland ist vom Export abhängig. Wenn Russland nicht mehr liefert, oder auch nur erheblichen Zweifel an einer Vertragserfüllung entstehen würde, dann würden sehr schnell und sehr nachdrücklich nach Alternativen gesucht werden. Noch hat Russland immer versucht, solvente Kunden zu bedienen, egal wie die politischen Beziehungen waren. Zu wichtig waren und sind die Devisen.

Jedoch zeigen die letzten 15 Jahre, dass Staaten zunehmend schwächer werden. Die Mobilität von Produkten, aber auch von Menschen, Informationen und Ideen nimmt seit über 500 Jahren exponentiell zu. Diese Vertiefung des Handels und des kulturellen Austausches bereichern und emanzipieren die Bevölkerungen. Den Machthabern geht es oft zu schnell. Ob #Neuland, Twitter- und Youtube-Verbote oder auch ein Verbot von positiver Darstellung von Homosexualität, all das ist ein Zeichen dafür, dass die Welt sich schneller verändert, als ein Machthaber es wahr haben will. Dies kann zu Umbrüchen führen, in denen auch die Versorgung nicht immer garantiert werden kann, wie zum Beispiel Libyen. Da müssen wir dann durch, und den betroffenen Ländern die Daumen drücken, dass das Leben dort schnell wieder lebenswert wird und sich evtl. auch etwas positives draus entwickelt. Freiheit wird einem selten geschenkt.

Jedoch sind gerade die Krisen von Energielieferanten von fossiler Energie immer wieder Anlass, über eine niedrigere Abhängigkeit von externer Energie nach zudenken. Es ist ein schöner Gedanke, alle benötigte Energie selbst herzustellen. Egal ob man es auf es auf der Ebene von Regionen, Nationen, Gemeinden oder Haushalten betrachtet. Es würde die Netze stark entlasten und man könnte großen und unsympathischen Energiekonzernen eine lange Nase zeigen. Es ist auch mein mittelfristiges Ziel, dies persönlich umzusetzen. 

Anderseits stehen Energienetze auch für die Fähigkeit, sich gegenseitig mit Energie aushelfen zu können, damit Handel zu treiben und Energie dort zu produzieren, wo dies besondres effizient geschehen kann. Denn nicht jeder will bei Wind und Wetter sein kleines Windrad oder PV-Panel reparieren, um sich eine Suppe warmmachen zu können. Auch das Desertec-Projekt hat seine Stärken und Schwächen in diesem Zusammenhang. Aber ich finde immer noch toll und hoffe, dass es umgesetzt wird.

Man sollte sich also beide Wege offen halten. Es würde langfristig sehr helfen wenn wir folgende Vorsätze sehr ernst nehmen würden:

1. Energie einsparen (Energie, die nicht benötigt wird, muss auch nicht produziert oder transportiert werden)
2. Soviel Energie wie möglich selbst herstellen (Dezentrale Energie reduziert die eigene Abhängigkeit, fördert den Markt und entlastet die Netze, egal ob man ein Haushalt ist oder ein Land. Auch muss man sich für seine Lieferanten rechtfertigen.)
3. Energie so herstellen, dass Klima und Umwelt geschont werden. Hier muss man immer die gesamte Energiebilanz und die langfristigen Folgen im Auge behalten. Und die Systeme nicht so absurd gestalten wie durch die Novellen des EEGs.
4. Mach es selbst. Hoffe nicht auf den Staat, sondern sei selbstverantwortlich oder informiere Dich über Energie-Genossenschaften.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s