rheingucker

Meinungsblog zu Politik, Gesellschaft und Wirtschaft

Über Frauen, was sie verdienen und ob das nun gut oder schlecht ist

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Heute stellte das Statistische Bundesamt wieder die Gender Pay Gap Studie (Einkommensunterschiede zwischen Männer und Frauen) vor. Und dies mit einem wirklich gutem Artikel dazu. Sie weisen breit auf die wichtige Unterscheidung von unbereinigten und bereinigten Daten hin und weisen auf die wirklich spannenden Ergebnisse hin. Und was für Nachrichten werden daraus gemacht? Solche: 

Fast ein Viertel weniger für Frauen

Zur Sache: Der unbereinigte Gender Pay Gap (GPG) ist der Unterschied zwischen dem Einkommen von Männern und Frauen, ohne irgendetwas zu berücksichtigen. Beim bereinigten GPG werden jeweils Männer und Frauen mit ähnlichen Qualifikationen und Tätigkeiten miteinander verglichen. Der unbereinigte GPG beträgt 2013 bundesweit 22%, der bereinigte 7%. Die Nachrichten-Redakteure folgen also auf der Jagd nach einer möglichst griffigen Schlagzeile dem simplen Muster der größten Prozentzahl.

Dabei ist die Nachricht, dass es aufgrund von Gründen wie „… unterschiedliche Branchen und Berufe, in denen Frauen und Männer tätig sind, sowie ungleich verteilte Arbeitsplatzanforderungen hinsichtlich Führung und Qualifikation. Hinzu kommen weitere Faktoren wie zum Beispiel ein niedrigeres Dienstalter und ein geringerer Beschäftigungsumfang …“ zu Unterschieden im durchschnittlichen Einkommen bei Männern und Frauen kommt, trivial.

Wichtiger ist meiner Meinung nach, dass

  • Paare sich anscheinend immer noch recht klassisch die Erziehungsarbeit teilen
  • trotz allem immer noch einen Unterschied von 7% gibt, der nicht durch statistische Effekte erklärt werden kann, sondern meiner Meinung nach ein Maß für eine echte Diskriminierung darstellt, da hier anscheinend nicht“Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ gilt. Hier lenkt die anfangs hohe Zahl, die dann aber wieder relativiert wird, vom eigentlichen Missstand ab.
  • die Unterschiede bei dem unbereinigten GPG zwischen alten und neuen Bundesländern riesig sind (23% alte, 8% neue), was beim bereinigten wieder verschwindet (7% alte, 9% neue). Was heisst: in den neuen Bundesländern arbeiten die Frauen von der Struktur her ähnlich wie die Männer, werden aber genauso benachteiligt.

Es ist schon merkwürdig, dass es erst seit 2010 einen bereinigen GPG gibt, wobei meiner Meinung nach ein ungereinigter überhaupt keinen Sinn macht. Etwas anderes ist ist es bei der Summe der Rentenbeiträge.

Alles im Allen ein gutes Beispiel dafür, wie gut auch eine Pressmitteilung geschrieben sein mag, dass die Journalisten dann doch das draus machen, was sie wollen.

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